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La Paz

19. - 23. April 2009

La Paz

Geradelte Strecke: 137 km

Wir blieben insgesamt sechs Tage in La Paz und fühlten uns in der quirligen Stadt und unserem schicken Hotelzimmer pudelwohl. In dem Viertel, in dem wir wohnten, war jede Straße ein eigener Fachmarkt. Es gab die Elektrostraße, die Fleischstraße, die Nudelstraße usw. Am Interessantesten fanden wir den „Gesundheitsmarkt". Hier wurden alle möglichen Arten von Heilmitteln angeboten, von tonnenweisen Kräutern bis zum getrockneten Lamababy. Durch das bunte Gewimmel quetschte sich noch der Verkehr, der überwiegend aus Kleinbussen und Taxis bestand.

Iglesia de San Francisco im Zentrum von La Paz

Je höher die Lage, desto ärmer die Bewohner.

Auf den engen Straßen herrschen chaotische Verkehrsverhältnisse.

In jeder Gasse ein anderes Warenangebot

Die indianischen Marktfrauen bringt so schnell nichts aus der Ruhe.Nur wenig entfernt kann La Paz aber auch ein ganz anderes Gesicht zeigen. Bei einem Bummel in die moderne Unterstadt, hier wohnt der wohlhabendere Teil, weil die Luft dicker ist, fühlten wir uns fast wie in einer europäischen Großstadt. Hier konnten wir seit langer Zeit wieder einmal in einem Supermarkt einkaufen.

Unten im Talkessel ragen moderne Wolkenkratzer in die Höhe.Am zweiten Tag trafen wir uns mit den sächsischen Reiseradlern Doro und Sven. Schon seit längerem hatten wir übers Internet Kontakt und hier kreuzten sich unsere Wege. Da ergab sich für die beiden Männer die Möglichkeit am nächsten Tag zusammen zum Skigebiet Chacaltaya zu radeln. Die Piste führt hinauf bis zu einer Berghütte in 5300 m Höhe und es gibt nur wenig Stellen auf der Welt, wo man diese Höhe mit dem Fahrrad noch übertreffen kann.

Berghütte am Chacaltaya auf über 5.000 m Höhe

Dem höchstgelegenen Skigebiet der Welt mangelt es an Schnee - optimal zum Radfahren.Einen weiteren Tag ging es für uns dafür umso tiefer. Wir hatten eine Tour gebucht: Mountain Biking, On The Death Road. Vorweg - wir haben beide überlebt. Erst ging es in aller Herrgottsfrühe im Kleinbus mit 6 anderen Mutigen aus der Stadt heraus auf den Pass La Cumbre in mehr als 4600 m Höhe. Dort haben wir im kalten Nebelwetter Räder und Ausrüstung erhalten und dann ging es bergab. Zuerst war noch Asphalt, später dann Schotterpiste. Wir fuhren in ca. 4 Stunden fast 3500 Höhenmeter hinunter durch alle möglichen Klimazonen Südamerikas und es wurde immer wärmer. Petra war die Beste im Bremsen. Besonders auf der Schotterpiste, kam sie fast immer in gebührendem Abstand an den Zwischenstopps an. Leider haben wir wegen Nebel und dem Gehetzte bei der Abfahrt wenig von der Landschaft gesehen. Erst bei der Rückfahrt im Bus hatten sich die Wolken verzogen und wir hatten Zeit diese gigantische Berglandschaft zu betrachten. Die Strecke heißt Todes-Straße, weil bis vor ca. 3 Jahren auf der unbefestigten und meist total schmalen Straße an steilen Abhängen noch der ganze Verkehr von La Paz Richtung Osten rollte und es Unmengen von schweren Unfällen gab. Echt tragisch. Jetzt gibt es eine neue Straße und die alte ist in den Händen der Touristen. Natürlich ist sie immer noch gefährlich, aber nicht mehr als andere Bergstrecken.

Auf der gefährlichsten Straße der Welt  - el camino de la muerte (Todesstraße)

Entlang an steilen Abhängen durchfährt man auf der einspurigen unbefestigten Straße fast alle Klimazonen Südamerikas.

Trotz ihrer Gefährlichkeit ein beliebtes Touristenziel.