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Altiplano

29. März - 18. April 2009

Uyuni - Sucre - La Paz

Geradelte Strecke: 1094 km

Wir verlassen  Uyuni zum dritten und letzten Mal, denn in Bolivien gibt es ja noch mehr zu sehen. Für die 200 km nach Potosí benötigen wir vier anstrengende Tage. Schlechte Piste, viele lange Anstiege, Straßenbauarbeiten fast auf der ganzen Strecke und das alles so um die 4000 m hoch machen das Vorankommen mit den schweren Rädern recht mühsam. Aber wir finden jeden Abend schöne Zeltmöglichkeiten und auch das Wetter hält super durch.

Lamas sind an das Leben im Hochgebirge hervorragend angepasst.

Die Bevölkerung lebt unter harten Bedingungen.

Das Vorwärtskommen ist mühsam.Potosí, die in 4100 m am höchsten gelegene Großstadt der Welt, ist für uns nicht unbedingt die Liebe auf den ersten Blick. Die Umgebung und der Stadtrand sind trist und ein mühsamer langer Anstieg führt uns ins Zentrum. Die Abgase in den engen Straßen und das dauernde Gehupe rauben uns die letzten Nerven. Dazu kamen wir mitten in die Feierlichkeiten zum Stadtjubiläum. Aber frisch geduscht und mit einer Portion Hühnchen im Magen bemerken wir dann die schönen Seiten der Stadt. Aus der Zeit als Potosí aufgrund der Silbervorkommen als reichste Stadt der Welt galt gibt es noch viele gut erhaltene Bauwerke.

Potosi eine der höchstgelegenen Großstädte der Welt.

Wenn Potosi feiert gibt es kein Durchkommen.

Gasse in Potosi mit Cerro Rico (Reicher Berg)Aber am Interessantesten fand Mathias die Besichtigung eines Bergwerks im Cerro Rico, dem Reichen Berg. Über 46000 t Silber wurden in den letzten Jahrhunderten hier gewonnen, aber heute fördern die 7000 Bergleute hauptsächlich Zink und Zinn und das unter unvorstellbaren Arbeitsbedingungen.

Für die Arbeiter in den Silberminen sind Touristen eine lohnende Abwechslung.

Berüchtigt sind die schlechten Arbeitsbedingungen in den Minen.Nach über 500 beschwerlichen Pistenkilometern zuvor können wir nun endlich mal wieder bis Sucre auf glatten Asphalt rollen. Dazu liegt Sucre 1300 m tiefer und wir können lange Abfahrten und die sauerstoffreichere Luft genießen.

Asphalt auf dem Weg nach Sucre, der eigentlichen Hauptstadt Boliviens.

Dort unten ist die Luft wieder dicker.Wir nutzen gleich die Gelegenheit am nächsten Tag mit dem Bus ins 65 km entfernte Tarabuco zum bekanntesten Sonntagsmarkt Boliviens zu fahren. Diese Fahrt hat unsere Meinung über die bolivianischen Busfahrer bestätigt, sie fahren wie der Teufel und bremsen erst wenn es schon fast zu spät ist. Wirklich Brauchbares gab es auf dem Markt für uns nicht zu kaufen aber wir waren beeindruckt von den vielen Indigenos in ihren bunten Trachten.

Tarabuco ist bekannt durch seinen sonntäglichen Touristenmarkt.

Gehandelt werden vor allem Waren des täglichen Bedarfs wie Textilien, Obst, Gemüse, Fleisch und nicht zuletzt natürlich auch Coca-Blätter.

Hier trifft sich aber auch die indigene Bevölkerung der umliegenden Dörfer.

Interessant und super Fotomotive sind vor allem die Trachten.Nach dem Marktausflug verbringen wir noch einen weiteren Ruhetag in Sucre um die Stadt etwas kennenzulernen. Sie wirkt für bolivianische Verhältnisse sehr aufgeräumt. Dann starten wir zur 350 km-Etappe nach Cochabamba. Anfangs können wir noch auf guten Asphalt rollen, später wieder auf Schotterpisten und dann wird es ganz schlimm: Kopfsteinpflaster - 80 km und das meist steil bergauf. Doch wie immer hat auch dieses Leiden mal ein Ende und wir erreichen nach 5 Fahrtagen Cochabamba, die drittgrößte Stadt Boliviens.

suedamerika 05 01

Sieht aus als hätte die Natur die Strasse gebaut.

Doch auch in der kleinsten Ortschaft findet sich etwas, um Radlerherzen glücklich zu machen.

Der bekommt wenigstens keine nassen Füße.

Grobes Kopfsteinpflaster - Straßenbelag der besonders üblen Art.

Das fruchtbare und dicht besiedelte Cochabamba-Tal

suedamerika 05 01Wir erholen uns 2 Tage in der touristisch eigentlich bedeutungslosen Stadt und besteigen einen Aussichtsberg mit der weltgrößten begehbaren Christusstatue. Hier mussten wir uns mit Knüppeln bewaffnen, da alle Leute vor Raubüberfällen warnten.

Das Wahrzeichen von Cochabamba ist die Christusfigur Cristo de la Concordia.Bei unserer Abfahrt aus der Stadt ist es regnerisch und in den Bergen ungemütlich kalt. Doch als nach zwei Tagen die Sonne wieder scheint, haben wir unseren bisher höchsten Pass, den La Cumbre mit 4496 m überquert. Fast 100 km Bergauffahrt, unterbrochen von nur wenigen Zwischenabfahrten, lagen hinter uns. Dann rollen wir über das weite und "fast" ebene Altiplano, ständig in ca. 4000 m Höhe. Am Tag ist es in der Sonne angenehm warm, doch sobald sie abends verschwindet, wird es bitterkalt und wir können nur in unsere warmen Schlafsäcke flüchten. Am Morgen liegt auf Zelt und Rädern eine dicke Reifschicht.

Feierabendfeeling

Einsam,aber selten allein

Die hungrigen Hunde am Straßenrand sind zum Glück ungefährlich.

Wow, das ist Höhenrekord.

Da helfen nur noch warme Schlafsäcke.Die ganze Strecke Cochabamba - La Paz konnten wir auf bester Straße fahren. Dafür nervte der starke LKW-Verkehr ganz gewaltig. Wieder nach fünf Tagen erreichen wir den Rand des Talkessels in dem La Paz liegt und genießen den gewaltigen Anblick der Millionenstadt. Etwa 10 km rollen wir auf der Stadtautobahn hinab ins Stadtzentrum. Dabei überschreitet auch Petras Kilometerzähler die 10000 km-Marke unserer Tour. In Altstadtviertel von La Paz empfängt uns ein unvorstellbares Verkehrschaos und wir sind froh unsere Räder vorbeischieben zu können.

El Alto (Das Hohe) ist die in der Höhe liegende Nachbarstadt von La Paz.

La Paz der Regierungssitz Boliviens

Schon 10 000 km Südamerika liegen hinter uns.