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Argentiniens Nordwesten

24. Februar - 12. März 2009

Salta - La Quiaca

Geradelte Strecke: 530 km

Mit unserer Abreise aus Buenos Aires beginnt nun schon die zweite Halbzeit unserer Tour. 175 Tage "Abenteuer" liegen hinter uns. Und wir sind gespannt, was uns noch erwartet.
Nach fast 24 Stunden Busfahrt sind wir von unserem Abstecher in den Osten wieder zurück in Salta. Diesmal besuchen wir eine "Casa de Ciclista". Das ist eine Unterkunft, die von fahrradbegeisterten Familien kostenlos Reiseradlern zur Verfügung gestellt wird. Wir werden von Ramon und seiner Familie herzlich aufgenommen und sind überwältigt wie selbstverständlich diese einfachen Leute ihr Haus mit uns teilen.

Ramon und seine Familie beherbergen uns in Ihrer Casa de Ciclista in Salta.Nach zwei Tagen verlassen wir Salta und wollen ganz allmählich die bolivianische Grenze erreichen. Denn nun kommen wir langsam in die richtigen Berge und wollen uns genug Zeit zur Akklimatisation an die Höhe lassen.
Jujuy, die Hauptstadt der nördlichsten Region Argentiniens, und die letzte wirklich große Stadt für längere Zeit, durchfahren wir nur, da wir zuletzt reichlich Stadtleben genießen konnten. Hinter der Stadt fahren wir in die "Quebrada de Humahuaca". Dies ist ein großes Tal von über 100 km Länge und erstreckt sich nach Norden bis zum Andenhochplateau in ca. 3500 m Höhe. Aufgrund der vielen landschaftlichen Sehenswürdigkeiten ist dieses eine der größten Touristenattraktionen Nordargentiniens.

Die Quebrada de Humahuaca führt in den Norden Argentiniens und steigt dabei nach mehr als 100 Kilometer auf fast 3000 m an.In einem Seitental machen wir in dem kleinen Purmamarca für zwei Nächte halt. Besonders hier erzeugen die unterschiedlichen Gesteine ein imposantes Farbspiel, so dass es sich lohnt die Gegend etwas mehr zu erkunden. Fast alle Häuser des Ortes sind aus Lehmziegeln gebaut und auf der Plaza sehen wir zum ersten Mal Indianer ihre Volkskunstwaren anbieten. Dies ist nicht mehr das Argentinien, durch das wir so viele Monate geradelt sind, hier sind wir schon fast in Bolivien angekommen.

Schon am Ortseingang sieht man farbige Bergformationen

Die Wandermöglichkeiten in der Gegend sind lohnenswert.

Der "Siebenfarbenberg" ist von jeder Ecke des Ortes aus zu sehen.

Das kleine, indianisch geprägte Dorf zählt nur wenige tausend Einwohner,aber zieht viele Touristen an.

Rund um den Hauptplatz des Ortes wird jede Menge Kunsthandwerk angeboten.Eine kurze Tagesetappe weiter besichtigen wir in Tilcara ein ausgegrabenes indianisches Wehrdorf.

Pucará de Tilcara - Fundstätte eines alten indianischen WehrdorfesDann erreichen wir in knapp 3000 m Höhe Humahuaca den Hauptort und Namensgeber des Tales. Am folgenden Ruhetag lässt es sich Mathias nicht nehmen den ersten 4000er seines Lebens zu erradeln. Zum ersten Mal seit vielen Monaten benötigen wir an den Abenden wieder unsere warmen Sachen.

Schon 3000 Höhenmeter - und es geht immer weiter hinauf

Und so fühlen sich 4000 Höhenmeter an.

Cerro HornocalAls wir den Ort wieder verlassen wollen, hält uns ein Plattfuß auf. Es ist der dritte originale Schwalbe-Schlauch während unserer Tour, wo sich der der Ventilkörper aus dem Gummi löst. Die Schwalbe-Reifen haben uns auf vielen tausenden Kilometern treue Dienste geleistet, aber mit diesen Schläuchen haben sie totalen Mist produziert. Unser Ziel ist ein Abstecher zum weit abgelegenen Iruya. Die fast 50 km lange Schotterpiste führt über einen 4000 m hohen Pass. Doch zuvor müssen wir die Fahrräder durch viele fast knietiefe Flussquerungen schieben. Nach einigen Serpentinen können wir dann das erste Mal gemeinsam dünne Luft "genießen", und bemerken nichts Besonderes daran.

Die Fahrt nach Iruya erfordert mehrere Flussdurchquerungen

Trotz dünner Luft wird der Pass bezwungenNach 20 km holpriger Bergabfahrt und 1200 m tiefer erreichen wir den Ort. In einem engen Tal ist jedes verfügbare Plätzchen bebaut. Wer ist nur auf die Idee gekommen, sich hier niederzulassen. Aber jetzt scheint man gut von den Touristen zu leben, die die trotz der katastrophalen Zufahrt mehrmals am Tag verkehrenden Busse heranschaffen. Auch hier zeigen sich die Talwände mit tollen Farbmustern.

Jetzt geht es erstmal lange bergab

Das Ziel liegt 1300 m tiefer

Radfahren in der Gegend ist anstrengend, aber die Fahrt mit dem Bus auf dieser Piste ist sicher genauso aufregend und schweißtreibend.

Der Ort hebt sich malerisch von der imposanten Bergkulisse ab - eine Postkartenansicht

Die Einwohner Iruya´s sind fast ausschließlich indigener Abstammung und leben vomTourismus und der Landwirtschaft.

In dem idyllischen kleinen Dorf mit seinen steilen und engen Gassen und Lehmbauten treffen sich Rucksacktouristen aus aller Welt.Für die Rückfahrt nutzen wir günstige Gelegenheit und nehmen auch einen Bus. Denn seit unserer Ankunft hängen ständig Wolken im Tal und es regnet regelmäßig.

Auf dem Rückweg gönnen wir unseren Rädern eine schaukelnde Busfahrt.Wieder zurück auf der Hauptstraße können wir noch mal zwei Tage auf glatten Asphalt auf einer weiten Hochebene dahin rollen. Hier erinnert uns vieles an die Pampastrecken weiter südlich, nur auf den Weiden stehen Lamas statt Kühe. Mit dem Wetter haben wir Glück, trotzdem bereiten uns die vielen Wolken, Regen- oder Schneeschauer am Horizont etwas Sorgen wie wir in Bolivien wohl weiterkommen werden.

Auf schönstem Asphalt der bolivianischen Grenze entgegen.

suedamerika 05 01