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Iguazu

4. - 25. Januar 2009

Iguazu - Ciudad del Este - Foz de Iguazu - San Javier

Geradelte Strecke: 662 km

Da wir in den letzten Wochen erlebt haben wie langsam die sommerliche Regensaison in dieser Region beginnt, haben wir beschlossen unsere Tour weiter nach Bolivien und in die Berge hier zu unterbrechen. Die Idee, die Wasserfälle von Iguazu zu besuchen hat uns schon immer gereizt. Nur schien die Anfahrt zu weit und zu unattraktiv. Nun haben wir um geplant und als Alternative einen Bustransport gebucht.

Froh, die Feiertage hinter uns zu haben, verlassen wir am 4. Januar mit einem Bus die Stadt, um in den mehr als 1000 km entfernten Nordosten Argentiniens zu gelangen. Zum Glück überstehen auch unsere im Gepäckfach eingequetschten Raeder die fast 24 stuendige Fahrt nach Puerto Iguazu.
Hier im Dreiländereck von Argentinien, Brasilien und Paraguay sind natürlich die Wasserfälle von Iguazu die Hauptattraktion. Auch wir mischen uns unter die Touristenmassen und lassen uns von dem Naturschauspiel beeindrucken. Einen Tag lang durchstreifen wir den Nationalpark um von vielen Aussichtspunkten einen Blick auf die herabstürzenden Wassermassen zu werfen - Einfach toll!

Die Wasserfälle von Iguazu

Beeindruckendes Naturschauspiel

Überall herabstürzende Wassermassen aus Höhen bis zu 80 Metern.

Einen ganzen Tag lang durchstreifen wir den Nationalpark.

Der Fotoapparat hat keine Pause.

Auf den unzähligen Aussichtspunkten ist man natürlich nie allein.

Es macht nichts wenn man nass wird, denn das Wetter ist tropisch warm.Puerto Iguazu ist ein Touristenort in dem es sich gut aushalten lässt. Das Wetter und die Vegetation ist subtropisch, das richtige für uns nach den "kühlen" Regentagen in Salta. Wir werden einige Tage hier bleiben um auch evtl. die Nachbarländer zu besuchen.

Im Dreiländereck.Wir beschließen Paraguay und Brasilien mit den Rädern zu besuchen. Zunächst wechseln wir mit einer Fähre nach Paraguay. Unser Ziel soll das weltweit größte Wasserkraftwerk Itaipu sein. Als Ausgleich für die durch den Bau in Mitleidenschaft gezogene Natur, hat man rings um den Stausee Bioreservate angelegt. Im nächstgelegenen Reservat Tati Yupi zelten wir zwei Tage. Hier kann man sich mit Traktor- oder Pferdekarren durch die Gegend fahren lassen, Fahrräder mieten, Picknicken oder Zelten und das alles für umsonst. Das Budget des Kraftwerks für Öffentlichkeitsarbeit muss schon enorm sein. Beim Besuch des Staudamms stellt sich aber kein überwältigendes Gefühl bei uns ein.

Im Bioreservat Tati Yupi in Paraguay

Am weltweit größten Wasserkraftwerk ItaipuIn der paraguyanischen Grenzstadt zu Brasilien Ciudad del Este fühlen wir uns schlagartig an Südostasien erinnert. Die Straßen sind voller Händler und Käufer und das bei schwül heißen Temperaturen. Ein Kaufhaus am anderen prägt das Zentrum. Die Stadt ist auch als Schmugglerstadt verrufen. Hier kann man Vieles, vor allem Elektronikartikel, viel preiswerter als in Südamerika üblich erwerben und so werden riesige Kisten und Pakete täglich über die Grenzen geschafft. Bei einem solchen Ansturm kommen zum Glück die Grenzkontrollen, mit ihrem deutlich gedrosselten Interesse, nicht hinterher. Auch wir kaufen ein. Petra ist nun wieder glücklicher Besitzer eines Fotoapparates und wir erfüllen uns den Traum von einem eigenen kleinen Laptop. Leider fühlen wir uns in der Stadt zum ersten Mal auf unserer Reise nicht sicher. Überfälle sollen nicht selten sein. So trauen wir uns am Abend, wenn alle Läden geschlossen sind, nicht mehr aus dem Hotel, zumal dieses in einer zweifelhaften Gegend liegt.

In der paraguayanischen Grenzstadt Ciudad del Este

Ciudad del Este ist ein wichtiges Einkaufs- und Handelszentrum - auch als Schmugglerstadt verrufen.Nach zwei Tagen wechseln wir in die Brasilianische Grenzstadt Foz de Iguazu. Obwohl diese Stadt bedeutend größer ist, geht es hier viel ruhiger zu, alles drängelt ja nach Paraguay shoppen. Wir bleiben zwei Tage um mal kurz ins brasilianische Leben hinein zu schnuppern, bevor wir wieder zurück nach Argentinien fahren.

In der brasilianische Grenzstadt Foz de Iguazu geht es beschaulich zu.In den letzten Wochen haben wir unsere Räder sehr geschont, doch ehe sie endgültig ihre Kondition verlieren, sollen sie nun wieder etwas mehr rollen. Unser Plan für die nächste Zeit: Durch die argentinische Provinz Misiones Richtung Süden, dann durch das südliche Brasilien und entlang der Küste in Uruguay nach Buenos Aires.

Durch die argentinische Provinz Misiones Richtung Süden.Nach dem Start in Puerto Iguazu fahren wir zunächst durch den Nationalpark Iguazu mit wildem Dschungel. Da die Naturpiste nach Regenfällen für uns unpassierbar wird, mussten wir die Abfahrt schon um einen Tag verschieben, und auch dann hatten wir Bammel das wir ohne eine Schlammschlacht durchkommen. Um uns her gab es Schmetterlinge in allen Größen und Farben. Keine Ahnung was sich in dem undurchdringlichen Busch neben der Piste noch versteckt hatte.

Im Nationalpark Iguazu führt nur eine Naturpiste durch den wilden Dschungel.

Schmetterlinge in allen Größen und Farben

Wer weiß, was sich in dem undurchdringlichen Busch neben der Piste noch versteckt hatte.Einen Tag später geht es dann wieder auf bestem Asphalt weiter, doch nun lernen wir die für Misiones bekannte Straßenführung kennen. Es geht ständig auf und ab: Mühsam strampelt man auf eine Anhöhe um gleich darauf wieder hinunter zu rasen. Wenn man Glück hat reicht der Schwung um den gleich darauffolgenden Anstieg zu verkürzen, und schon kurbelt man wieder bergauf.

Ständiges Auf und Ab: eine für Misiones markannte StraßenführungDie Temperaturen sind fast tropisch und klettern täglich auf über 30 Grad. Die Landschaft ist hier von viel Landwirtschaft geprägt. Es gibt viele Felder auf denen Mais, Tee oder der in Argentinien unverzichtbare Mate-Tee wächst. In den Scheunen hängt schon geernteter Tabak zum trocknen. Auch die Holzindustrie ist sehr präsent, kaum zu glauben, dass vor hundert Jahren hier noch dichter Urwald gewesen sein soll.

Landwirtschaft prägt die Landschaft

Eine TabakplantageViele Einwanderer damals stammten aus Deutschland, und so treffen wir häufig noch auf deutschsprechende Nachfahren die uns bereitwillig die Geschichte ihrer Vorfahren erzählen - "Muy interesante".

Small Talk mit deutschsprechenden Nachfahren der Einwanderer aus dem letzten Jahrhundert.

Der Rio Uruguay - Grenzfluss zu Brasilien.Namensgebend für die Provinz sind die alten Missionsstationen aus dem 17. Jahrhundert. Jesuitenmissionare bemühten sich hier mit großem Erfolg um die Zivilisierung der Indianer. Nach ihrer Vertreibung verfiel alles und wurde vom Urwald überwuchert. Wir besuchten nur eine relativ unbedeutende Station, die Anderen waren uns zu weit entfernt.

Missionsstation der Jesuiten aus dem 17. Jahrhundert bei San Javier.. In San Javier, unserer letzten Station vor dem Wechsel nach Brasilien, wohnten wir im kleinen und neuen Hotel Aleman, dessen Besitzer zuvor 30 Jahre Koch in Deutschland war, und uns nun mit leckerem Essen verwöhnte - endlich mal etwas anderes als Rindfleisch.

Der Besitzer vom Hotel Aleman in San Javier verwöhnte uns mit leckerem Essen.