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Pampa

12. - 28. November 2008

San Martin - Mendoza

Geradelte Strecke: 1200 km

Mit San Martin verlassen wir nun endgültig die Seen-Region, in der wir auf chilenischer und argentinischer Seite nun so lange unterwegs waren. Damit ändert sich auch schlagartig die Landschaft. Die Berge rücken auseinander und es wird viel trockener und einsamer. Kaum ein Baum wächst hier und wasserführende Flüsse werden immer seltener. Die Wenigen nutzen wir für das Übernachten, denn die Wasserversorgung wird für uns immer wichtiger, da die Ortschaften weit auseinander liegen.

Unterwegs in der scheinbar unendlich weiten Pampa.

Doch eben ist die Pampa keineswegs. Auch hier gilt es Steigungen zu bezwingen.

Gipfelsieg

Schon viele Kilometer im Vorraus kann man den Verlauf der Straße sehen.

Die wenigen wasserführenden Flüsse nutzen wir natürlich, wenn möglich zum Übernachten.Die Sonne knallt den ganzen Tag vom Himmel und Schatten wird zum Luxus. Schon bald bekommen wir Probleme mit der Haut, obwohl wir von den vielen Wochen auf dem Rad so braun wie nie sind. Doch wenn dann plötzlich, einer Fata Morgana gleich, unerwartet am Straßenrand eine Bretterbude kalte Getränke verkauft ist die Radlerwelt wieder in Ordnung.

Der Wasserbedarf ist enorm.

Bis zu 40°C im Schatten. Und Schatten ist rar.

Eine Bretterbude bietet kalte Getränke - Luxus pur.

MittagspauseEndlich in Chos Malal angekommen gönnen wir uns wieder mal ein Hotelzimmer und einen Ruhetag, denn uns erwarten noch viele Hunderte Kilometer Pampaabenteuer.

Solche Farbtupfer sind in der Pampa eher selten zu finden.Die nächsten 770 km waren die bisher anstrengendsten unserer Tour, weniger konditionell sondern besonders für die Psyche. Denn die Landschaft war extrem eintönig - staubige Pampa mit ein paar ausgetrockneten Flussbetten und dazwischen nichts als dorniges Gestrüpp.

Eintönigkeit prägt die Landschaft.Unsere Gedanken kreisten ständig darum, ob unsere Wasservorräte reichen. Da wir nie sicher waren, wann wirklich der nächste Ort auftaucht und wir fast immer neben der Straße zelteten.

Jede Ortschaft wird erwartungsvoll angesteuert.

Die kleinen Läden werden nach Leckereien durchstöbert.Der einzige wasserführende Fluss, der Rio Grande, war mit seinem schlammig braunen Wasser nicht sehr einladend. Dennoch nutzten wir ihn zum Auffüllen einiger Flaschen, und das mit einem Handtuch gefilterte Wasser war nicht nur ansehnlich, sondern auch genießbar. Auf den einsamsten Strecken schleppten wir zusammen ca. 15 Liter Wasser mit.

Jede Möglichkeit zum Auffüllen der Wasservorräte wurde genutzt.Einige Autofahrer boten uns an mitzufahren oder gaben uns Wasser - "Mucho calor": das verstanden wir auch ohne Wörterbuch. Denn die Hitze war enorm und in den wenigen Ortschaften stürzten wir uns auf alles was kalt war. In einer Zeitung lasen wir von dem wärmsten Tag im November seit 20 Jahren: 39,7 Grad!

Sonnenschutzcreme im Dauergebrauch

Mucho calor!  - Sehr heiß!Manche Abschnitte der Ruta 40 waren in einem erbärmlichen Zustand und das meist dann wenn wir aufgrund unserer Karte auf glatten Asphalt hofften. Dazu ärgerte uns oft Gegenwind.

Die Ruta 40 - eine wichtige Fernstraße auf dem südamerikanischen Kontinent ist stellenweise in einem eher abenteuerlichem Zustand.Eines Nachmittags kam uns ein "rasender" (Rückenwind) Radfahrer entgegen, der meinte in 20 Kilometern gäbe es einen Kiosco. Da in unserer Karte aber nur Pampa eingezeichnet war, dachten wir an ein Missverständnis. Doch hoffnungsvoll strampelten wir weiter und tatsächlich erschien eine Ansiedlung von höchstens 3 Familien. Don Avila räumte in seinem Hof eine windstille Ecke für unser Zelt frei. Später erfuhren wir, dass wir nicht die Ersten waren, die sich hier her retteten. Es gab sogar ein Gästebuch, in dem nun auch unsere dankbaren Worte stehen.

Bei Don Avilo und seiner Familie finden wir ein geschütztes Plätzchen für die Nacht.In dem größeren Ort Mallargue legten wir einen Ruhetag ein, im dem wir nichts anderes taten, als unsere total verdreckte Wäsche waschen zu lassen.

Die Strecken zwischen Mallargue und Mendoza von ca. 400 km war besonders trist. Hier konnten wir auf glatten Asphalt rollen, aber sonst gab es nichts zu sehen. Einmal ging es über 50 km ohne Kurve geradeaus. Ständig hat man nur die nächste Bodenwelle in 5 oder 10 km Entfernung vor sich. Denkt dahinter kommt bestimmt was neues, doch wieder das gleiche Bild.

Hinter jeder Bodenwelle das gleiche Bild.

50 Kilometer nur gerade aus.Hier hatten wir auch mehrere Platten. Denn das Verlassen der Straße zum Zelten ist eigentlich pneumatischer Selbstmord wegen der vielen Dornen. Nur Dank unserer verstärkten Schwalbe-Reifen haben wir überlebt. Unter diesen Umständen ist die Zeltplatzsuche natürlich schwierig, denn wer liegt schon gern mit seiner Luftmatte in Dornen.

Zeltplatzsuche zwischen Dornen bleibt nicht ohne Folgen.

Nacht in der PampaDeshalb zelteten wir in der letzten Nacht vor Mendoza neben einer Erdölpumpe. Mitten in der Nacht entdeckte uns eine Kontrolle der Ölfirma. Nach ewigen Palaver mit "El jefe" kam heraus: zu gefährlich, wir sollten 5 m weiter, außerhalb des Grundstücks schlafen. Also mussten wir nachts 1 Uhr nochmal unsere Sachen packen.

Abgesehen von den Viehherden, gibt es nicht viel von der Tierwelt der Pampa zu sehen.