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Der Hohe Atlas (2)

28. - 31. Mai 2014

Dades Schlucht – Ouarzazate

Geradelte Strecke: 168 km

Die Fahrt durch das Dades-Tal ist sicher nicht nur für uns ein unvergessliches Erlebnis. Bizarre Felsengruppen, fruchtbare Täler, wilde Berge in allen Formen und Farben, spektakuläre Aussichten und kleine Dörfer wechseln sich einander ab.
Zunächst kurven wir einige Kilometer um die Schleifen des Tales mit schönen Aussichtsmöglichkeiten und fühlen uns sehr an die Canyons der USA erinnert.

marokko-5-01 Dann ging es wieder steil hinab und schon waren wir an dem Durchbruch des Dades durch eine Bergkette angelangt, wo sich eine imposante Engstelle gebildet hat, so dass die Straße gerade noch so durch passt.

marokko-5-02Wir verbringen eine erste Nacht in einer Auberge im Tal. Am Morgen fährt uns ein mächtiger Schreck in unsere gerade erwachten Glieder. Die Fahrräder, welche wir im Hof des Hauses am Abend angeschlossen hatten waren verschwunden. Doch es stellt sich zum Glück schnell heraus, dass die Herbergsbesitzer diese schon am Abend zur Sicherheit ins Haus gebracht hatten. Puh, das ist nochmal gut gegangen. Doch im Kopf kreist es noch eine Weile um die Frage: Was, wenn...?
Bei der Weiterfahrt rücken die Berge später so nah an den Fluss heran, dass die Felswände zu eng stehen und sich die Straße über den Berg winden muss.

marokko-5-03 Bis zum Aussichtspunkt werden wir vor größeren Touristengruppen verschont, denn die von der anderen Seite des Tales kommenden Tagestouristen können mit ihren Reisebussen die Strecke mit den engen Kurven nicht bewältigen. Doch den tollen Blick auf die Piste mit den engen Serpentinen, dessen Abbild man in jedem Reiseführer findet, teilen wir gern mit ihnen.

marokko-5-04In Ait Oudinar quartieren wir uns erneut ein und machen uns auf zu einer Wandertour, denn hier gibt es in einem Seitental einen sehenswerten Canyon.

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marokko-5-06Es wird eine recht lange Wanderung, aber immer wieder entdecken wir neue, spektakuläre Engstellen bis der Canyon in einem weiten und kahlen Hochtal endete.
Dann stehen wir direkt oberhalb des Dades-Tales und überschauen die langgezogene Oasenkette.

marokko-5-07Wir verlassen nach drei Tagen das Dadestal und biegen in Boumalne Dades auf die Nationalstraße N 10 nach Ouarzazate ein. Zwei Radler hatten uns "busy traffic" angekündigt, aber es ließ sich doch halbwegs ruhig Radfahren. Die Hitze macht uns aber ganz schön zu schaffen und zusätzlich hat das Wetter heute auch noch einen kräftigen Gegenwind für uns parat, so dass wir trotz der ebenen Strecke einen recht geschafften Eindruck machen.

marokko-5-08Die weitere Strecke ist unter dem Namen „Straße der 1000 Kasbahs“ bekannt. Die altertümlichen Formen der jahrhundertealten Kasbah-Burgen aus Lehm, das üppige Grün der Oasengärten mit vielen Palmen und die rötlich schimmernden Berge im Hintergrund bieten herrliche Ansichten und lassen ein Feeling von Sahara aufkommen. Doch nicht lange und die Straße verlässt den Oasengürtel und wir finden uns in einer unglaublich öden Ebene wieder.

marokko-5-09 Die Provinzhauptstadt Ouarzazate macht einen erstaunlich aufgeräumten Eindruck auf uns - obwohl hier in Marokko die meisten Orte doch recht sauber sind. Die Stadt ist ein touristisches Zentrum und Ausgangspunkt für Tagesausflüge in die Umgebung und bietet somit für unseren Ruhetag alle Annehmlichkeiten..
Größte Sehenswürdigkeit von Ouarzazate ist die im 18. Jahrhundert erbaute Kasbah Taourirt und das Kasbahviertel. Wir besichtigen die leeren Räume und irren durch das Labyrinth der scheinbar planlosen, willkürlichen Anordnung der Räume.

marokko-5-10Das Zentrum der Stadt wirkt am Tag ziemlich öde, doch wenn am Abend die Hitze nachlässt entwickelt sich ein quirlig buntes Nachtleben.